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Über

I'm away..

Ich bin Tina, und das soll die Seite werden, auf der alle meine lieben Freunde mein Leben in den USA verfolgen können.

Angefangen hat alles mit einem Zettel, den unsere damalige Klasssenlehrerin Frau Wünsche in die Klasse gegeben hat. "ein Auslandsjahr in den Vereinigten Staaten von Amerika - finanziert vom deutschen Bundestag" - das war der Satz, der mich so lockte. Ich schrieb also meine erste kleine Bewerbungskarte: Name, Wohnort, Staatsangehörigkeit, Wahlkreis. Ich sandte meine Bewerbung sehr früh ab, in der Hoffnung, dann schon ganz oben auf der Liste der PPP-Stipendiaten zu stehen. Ich wartete dementsprechend lang auf meine vollständigen Bewerbungsunterlagen, die ich dann pünktlich kurz vor Sommerferienbeginn bekam. Man wollte ziemlich viel von mir wissen, aber da ich von Natur aus ein bisschen faul bin, schob ich es beiseite, bis die Sommerferien begannen. Dann erst las ich mir vollständig durch, was alles gefordert war: persönliche Interessen, ärztliches Attest, Schulgutachten. Schulgutachten? Wer sollte mir in den Ferien einen englischen Brief über meine schulischen Fähigkeiten schreiben? Einsendeschluss war noch in den Ferien. Ich rief Frau Wünsche an, um sie um Rat zu fragen. Erst sagte sie, sie kümmere sich darum. Später fragte sie mich, ob dies denn unbedingt vonnöten sei. Ich wog die Chancen ab. Jährlich 4500 Bewerber, so stand es auf einem Flyer. Davon 285 Schüler, die tatsächlich ein Stipendium bekommen. Eine verdammt geringe Chance. zu gering. Ich glaubte nicht daran, und vergaß das alles. 

Die Zeit verging und verging.. irgendwann machte mir jemand einen Bildkommentar, auf den ich diesen jemand ansprach und wir ins Gespräch kamen. Ich lernte also einen gewissen Torsten Berger kennen. Irgendwann las ich dann von ihm, er würde zu einer Besprechung oder sowas gehen, es hatte was mit AFS UND mit dem PPP zu tun. Und so sprach ich ihn darauf an, aus Neugier, und so erfuhr ich das er doch tatsächlich selbst mal das PPP bekam, und so erfuhr ich das er bei AFS mitarbeitete, und so erfuhr ER das ich mich für das PPP beworben hatte, es aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen aufgegeben hatte. Ich glaube, das Gespräch fand 3 oder 4 Tage vor Einsendeschluss statt. Meine Bewerbungsblätter lagen tatsächlich schon im Papierkorb, als Torsten seine Beziehungen spielen ließ, den Einsendeschluss hinauszögerte und mich motivierte, zu einem Englischlehrer zu gehen, der mir meinen "Letter of recommendation" - mein Schulgutachten schrieb. Und dann hatte ich doch tatsächlich meine vollständigen Bewerbungsunterlagen für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm verschickt.. und so langsam wurde ich immer motivierter. 

Der nächste Brief kam: ich war eingeladen zu einem Auswahlwochenende in der Nähe meines Wohnortes. Ein Auswahlwochenende. das klingt schrecklich. Worauf hab ich mich da nur eingelassen? Ich musste mich vor einer Gruppe anderer Konkurrenten also beweisen, musste zeigen, dass ICH die allerbeste bin, diejenige, die ein Vollstipendium verdient. So zumindest stellte ich mir die ganze Sache vor. Aber als ich dann da war, war alles anders. Die Mitbewerber waren total nett, die Betreuer total locker und niemand hatte das Gefühl geprüft zu werden. Ein Wochenende lang wurden Spiele gespielt bis in die Nacht, dann wurde die Auswahl wohl getroffen.. und? ICH WAR IN DER NÄCHSTEN RUNDE! Ich hatte es geschafft, war nun eine von 4 Bewerbern für das PPP. Dann hieß es wieder warten. Ich hatte es so weit geschafft. Nun aber hatte mich das Fernfieber gepackt, ich wollte weg. Unbedingt. Es gab ja noch eine Möglichkeit, in die USA zu kommen: ich bewerbe mich einfach direkt bei AFS für ein Auslandsjahr - angenommen war ich ja schon. AFS bot eine Menge Halbstipendien an, für die ich mich bewerben konnte, ich überredete also meine Eltern. Schwuppdiwupp hielt ich auch schon einen Brief mit meiner Länderauswahl in der Hand, denn es stand ja nicht fest, ob ich wirklich in die USA fahren dürfte. Ich öffnete also den Brief, und.. las nur ein Wort: FINNLAND. Oh. Mein. Gott. Finnland war also die alternative zu den Gratis-USA. Pro: super Schulsystem, bestimmt nette Menschen, ääähm.. Contra: komplett neue Sprache, Kälte, und wer rechnet es mir später hoch an wenn ich FINNISCH kann ?! Es dauerte eine Weile, bis ich mich mit dem Gedanken anfreundete, für ein Jahr nach Finnland zu gehen. Aber mit der Zeit, gewöhnte ich mich an den Gedanken, ja, ein Auslandsjahr ist bestimmt überall toll. Naja, und dann kam der Brief: Einladung zu einem persönlichen Gespräch mit Wolfgang Neskovic zur Nominierung des PPP. Bitte nicht! Ein persönliches Gespräch, das war das mit Abstand schlimmste, was ich mir hätte vorstellen können. Ein Politiker fragt mich aus über meine Fähigkeiten und Kenntnisse zur Eignung des Stipendiums. Und das bei meinen Politik-kenntnissen.. konnte nur Schief gehen. Ich versuchte in dem Monat, der mir blieb bis zum Termin, mein Allgemeinwissen aufzufrischen, aber man kann in 30 Tagen nicht lernen, was man in 5 Jahren Politische Bildung hätte lernen müssen. Der Tag kam, und ich wäre lieber gestorben als die Tür dieses Büros zu öffnen, hinter der sich mein Alptraum verbarg. "Bald hab ichs hinter mir, reiß dich zusammen". Schwupps saß ich in dem Büro von DIE LINKE, mir gegenüber Herr Wolfgang Neskovic, Mitglied des Deutschen Bundestages. Außerdem seine persönliche Sekretärin und ein Jura-Student. So und da saß ich nun, Herr Neskovic fragte mich aus über meine Selbstbeschreibung, die vor ihm lag. Andauernd ritt ich mich irgendwie rein, stammelte rum und am Ende gestand ich, dass ich Politische Bildung nach der 10. Klasse abgewählt hab, worauf er meinte, das ähnele dem rot über die Ampel Fahren bei ner Führerscheinprüfung. Am Ende meinte er, er habe die anderen Kandidaten zwar noch nicht kennengelernt aber ich mache einen super Eindruck auf ihn und habe alles richtig gemacht. blablabla. "Das sagt er nur, damit ich nachher nicht traurig bin. naja, egal. Fahr ich halt nach Finnland." ..In ein einhalb Stunden sollte ich wiederkommen und mit den anderen Bewerbern zusammen das Ergebnis erfahren. Ich ging also mit meinem Paps zum Chinesen, stopfte mir Nudeln und fritiertes Chicken rein und redete mir Finnland schön. Wird schon alles. Irgendwann gingen wir wieder zurück zum Wahlkreisbüro und als ich es betrat, sah ich schon eine Mitbewerberin, die mich anlächelte und mir sagte, wie aufgeregt sie sei. 'Sie bekommt's' waren meine einzigen Gedanken.. Eine Angestellte holte uns also in das Büro und wir saßen da zu sechst, 3 Bewerber, der Jura-Student, die persönliche Assistentin und Herr Neskovic, der anfing zu reden: "Also, zuerst einmal muss ich sagen, dass jeder von uns dreien einen anderen Favoriten hatte. Unsere Meinungen gingen tatsächlich sehr auseinander. Aber am Ende entscheide ich. Ich war mein Leben lang Richter und habe eine sehr gute Menschenkenntnis, und ich habe mich für sie entschieden." Ich war mir nicht ganz sicher, seine Hand schien in meine Richtung zu zeigen. Die anderen beiden Bewerber, Anne und Tam, lächelten mich an. Ich realisier es bis jetzt noch nicht. 

Ich ging also zum Auto, zu meinem Papa, der mich schon von weitem mitleidig ansah. Ich platzte aus mir heraus, umarmte ihn und flüsterte ihm "Ich hab's" ins Ohr. Erst zeigte sich keine Regung. Dann ein Stirnrunzeln. Dann ein plötzliches Lachen und ein "hohohoh". Während der Fahrt sagte er dann immer wieder "och neee, och neeeeeee". Meine Mama konnts genauso wenig glauben wie ich. Zu Hause rief ich dann meine Oma's, meine Tante und meine Cousine an, alle freuten sich total für mich. Ich hab das PPP bekommen. Ich werde für ein Jahr als Botschafter in die USA fahren, eine Gastfamilie haben, die High School besuchen. Ich hab's geschafft.

So, das ist der Ausgangspunkt. Der Lebenslauf meiner Idee, in die USA zu fahren. Was jetzt kommt - wir werden sehen. Ich werd's in jedem Fall hier, in meinen neuen Auslands-Blog schreiben. Achso und: DANKE Torsten! ohne dich.. du weißt was ohne dich passiert wäre: nix!

Alter: 24
 

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